Sonntag, 24. August 2014

Pralinenschachtel Torte zum 12. Geburtstag. Wie die Zeit vergeht!

Es ist kaum zu Glauben, dass mein Patenkind schon den 12. Geburtstag feiern konnte. Mamma Mia, wie schnell doch die Zeit vergeht! Zum ersten Mal äusserte Mia für ihre Geburtstagstorte einen Wunsch: Sie wollte eine Torte mit Süsskram drauf. Am liebsten die Schweinchen im Bottich aus Kitkat. Ich finde dieses Motiv zwar auch witzig, aber ich habe es in der letzten Zeit zu oft gesehen und wollte es darum nicht machen. Dass Mia ein Schleckmaul ist, ist unbestritten. Und dass sie bei Pralinen nicht widerstehen kann, weiss ich auch sehr genau. Darum habe ich mich für eine Pralinenschachtel Torte entschieden, die ich dann nur für sie dekorieren konnte.


Den Deckel, die Schleife, den Anhänger und die Blumen habe ich schon ein paar Tage zum Voraus gemacht, damit sie wirklich schön hart wurden. Die Gerberas habe ich nach dieser Anleitung hergestellt.
Der Deckel ist aus Styropor. Die Unterseite habe ich mit Schokolade eingestrichen. Danach deckte ich ihn ganz normal mit weissem Fondant ein und besprühte ihn mit meiner Airbrush. Wer keine Airbrush hat, kann den Fondant natürlich auch einfach einfärben. Leider war es wieder sehr feucht und ich hatte grosse Probleme, bis alles trocken war.


Um es mir etwas einfacher zu machen, habe ich die Pralinen gekauft und nicht auch noch selber gemacht. Die gekauften finde ich persönlich sehr lecker und sehe darum nicht ein, warum man nicht auf ein so tolles Produkt zurück greifen darf.


Die Blumen auf der Torte und der Randabschluss habe ich mit Icing gemacht. Da ich sehr gerne damit arbeiten, habe ich mich fast am meisten auf diesen Part gefreut.


Ach ja, die Torte!! Mia hat sich eine Schokoladenfüllung gewünscht. Damit es nicht ganz so mächtig wurde, habe ich ein helles Biskuit gebacken und es mit Ganachebuttercreme gefüllt. Dabei schnitt ich die einzelnen Lagen des Biskuits deutlich dünner, als bei anderen Torten. Jede Biskuitlage war nur etwa ein Zentimeter dick. Diese tränkte ich mit verdünnter, saurer Konfitüre aus Johannisbeeren bevor die Ganachebuttercreme drauf kam. Für meinen Geschmack war es aber trotzdem noch etwas trocken. Beim Tränken der mittleren Schichten darf man also ruhig etwas grosszügiger sein. Auch hier deckte ich den Rohling mit weissem Fondant ein, den ich erst hinterher mit der Airbrush einfärbte. Airbrush verzeiht aber absolut keine Fehler. Jede Delle der Torte sieht man nach dem Färben doppelt so gut. Jede Berührung der feuchte Farbe hinterlässt ihre Spuren. Das nasse Wetter war auch hier nicht hilfreich. Zum Glück konnte ich die meisten Makel mit den Blumen aus Icing überdecken.

Nachdem ich die Torte dem total überraschten Geburtstagskind abgegeben habe ist es nicht lange gegangen, bis die ersten Pralinen gefehlt haben. Ich kenne doch mein Mädchen.

Ganz liebe Grüsse, Sandra

Sonntag, 27. Juli 2014

Das Dilemma mit dem Bierkrug


Ich und mein Mann bekamen an einem Freitagnachmittag sehr überraschend eine Einladung für die Geburtstagsparty von unserem Freund. Er ist ein leidenschaftlicher Biertrinker und mir juckte es gewaltig in den Fingern, eine Torte für ihn zu machen. Leider reichte die Zeit einfach nicht mehr aus, um das Biskuit selber zu backen und ich griff darum auf ein Fertigprodukt vom Grossverteiler zurück. Im Nachhinein habe ich fest gestellt, dass sich diese fluffigen Biskuits für meine Motivtorten nicht eignen. Das Dilemma war also schon vorprogrammiert, ohne dass ich es merkte.

In Windeseile plante ich die Torte für einen Bierkrug mit weissem Biskuit und Baileyesfüllung. Die Bierdose und die Brezeln sind echt und nicht aus Fondant.


Am Freitagabend habe ich als erstes die Torte gefüllt und mit dunkler Ganache eingestrichen. So hatte sie über Nacht Zeit, fest zu werden. Danach beschriftete ich das Fondantband mit dem Glückwunsch für das Geburtstagskind, frei Hand. Dafür habe ich den Schriftzug ganz leicht mit Bleistift vorgezeichnet. Das ging super gut und hat mir viel Spass gemacht. Ebenso bereitete ich den Griff aus Blütenpaste vor und steckte zwei Drähte in die Enden, damit ich sie gut an die Torte montieren konnte.


Am nächsten Tag setzte ich den Humpen zusammen. Da habe ich schon gemerkt, dass der Rohling nicht ganz so stabil war, wie ich mir das gewohnt bin. Darum steckte ich noch vier dicke Buchenholzstifte hineine und legte darauf einen Deckel aus Styropor. Danach wurde die Torte mit einem breiten Fondantband eingedeckt und mit Airbrush gebrusht. Ich liebe meinen Airbrush und würde ihn nie mehr hergeben. Es macht so unglaublich viel Spass, damit zu Arbeiten. Vor allem geht es aber sehr schnell und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Nach dem Brushen setzte ich den Humpen auf das Cakeboard und spritzte den Bierschaum mit Icing auf. Dafür nehme ich immer das Rezept hier, und zwar dieses vom Edit vom 17.5.2012. Das Icing kann man dann mit einer wirklich groben Tülle aufspritzen. Das geht sehr flott.

Nun wurde die Zeit auch schon etwas knapp. Trotzdem habe ich es mir nicht nehmen lassen, und die Torte noch vor dem Transport fotografiert. Zum Glück, denn als wir am Ziel angekommen waren, war der Humpen schief. Nachdem ich so grosse Freude hatte, dass ich in Rekordzeit eine wirklich tolle Biertorte gemacht hatte, war ich arg enttäuscht und hatte gar keine Elan mehr, den schiefen Humpen unserem Freund zu übergeben. Er sah das aber ganz anders und strahlte übers ganze Gesicht, ob der Torte.

Weil ich nicht ganz sicher weiss warum der Bierkrug schief wurde, werde ich das Rezept für die Baileysfüllung nicht posten. Ich will auf keinen Fall, dass eine Eurer Torte an dieser Füllung scheitern würde. Mein Gefühl sagt mir aber, dass es definitiv am fluffigen Biskuitrezept gelegen hat.

Wer das zweite Foto genau anschaut, der kann sehen, wie sich die Torte schon da etwas neigt.

Herzliche Grüsse, Sandra




Sonntag, 29. Juni 2014

Babyshower und Tortendummy für die Party

Vor über einem Monat wurde ich für eine Babyshower Torte angefragt. Die Auftraggeberin wusste ganz genau was sie wollte und hatte sogar ein Bild einer dreistöckigen Torte dabei. Das Problem dabei war aber, dass die Torte in dieser Form viel zu gross für 20 Personen war und sehr viel Kuchen übrig geblieben wäre.

Daher haben wir uns geeinigt, dass die Torte nur zweistöckig und der obere Stock ein Dummy sein soll. So hat die Beschenkte ein langes Andenken an die Party. Für die untere Torte gab es eine Milchmädchen mit Rahm.



Als erstes habe ich im Backshop zwei Tortendummys von 18 cm Durchmesser, bestellt. Zudem gönnte ich mir ein Ausstecher Set mit vier grossen Five-Petals-Cutter. Mit diesen Cutter wollte ich grosse Rosen machen, ohne die äusseren Blätter drahten zu müssen. Ich bin da nämlich kein Fan von.

Da die Dummy nicht so hoch sind wie ich sie gerne habe, musste ich zwei Stück mit Blütenpaste, die ich mit ganz viel Wasser gemischt habe, zusammen kleben. Das hält bombenfest. Nach den Trocknen, das mindestens einen Tag dauert, deckte ich ihn mit Streifen ein, genau wie bei dieser Torte. Die so eingedeckte Torte lies ich gut trocknen.


Für das Schattenbild habe ich zuerst die ovale Scheibe aus dicker Blütenpaste, geschnitten. Im Internet suchte ich danach eine geeignete Vorlage für die schwangere Frau und druckte sie in der von mir gewünschten Grösse aus. Mit einem Skalpell schnitt ich sie danach, aus dünn ausgerollter (ca. 1mm) schwarzer Blütenpaste, aus. Mit Zuckerkleber platzierte ich sie auf der vorbereiteten Scheibe. Die Scheibe klebte ich wiederum mit ganz weicher Blütenpaste am Dummy fest.


Die Babyflasche und der Schnuller habe ich frei Hand, aus einem Gemisch von Blütenpaste und Fondant 50:50, modelliert. Das ist nicht so schwierig. Geholfen haben mir ein paar Bilder zum Abschauen. Für die Rosen gibt es ja ganz viele Anleitungen im Netz, die auch gut funktionieren. Ich habe auch sie drei Wochen zum Voraus (mit meinen neuen Cuttern), gemacht, damit sie wirklich gut trocknen konnten.



Für die untere Etage habe ich zwei mal das Milchmädchenrezept in der original Mengenangabe gemacht und Böden von 25 cm Durchmesser gebacken.

Milchmädchen in der original Mengenangabe

400 g gezuckerte Kondensmilch
2 Eier
150 g Mehl
1/2 P. Backpulver

Kreise in der gewünschten Grösse auf Backpapier zeichnen. Jeweils zwei bis drei Esslöffel vom Teig auf die Kreise geben und eher dünn verstreichen. Auf ein Backblech geben und im auf 200°C vorgeheizten Backofen backen, bis sie golden sind. Das dauert ca. fünf bis acht Minuten. Da bei diesem Rezept mit Umluft gearbeitet wird, können die Böden mit zwei Blechen im Wechsel gebacken werden.


Zum Füllen brauchte ich 1,25 Liter geschlagene Sahne. Eingestrichen habe ich sie mit einer weissen Ganache aus 400 g Schoggi und 200 g Rahm. Mit diesen Mengen hat es kaum mehr Resten übrig gehabt.

Nachdem die gefüllte Torte über Nacht durchziehen konnte, habe ich sie mit weissem Fondant eingedeckt und das Rautenmuster aufgebracht. Dafür brauche ich ein ganz normales Geodreieck. Danach platzierte ich den Dummy darauf und rührte mir Royal Icing an. Ich mache es nach diesem Rezept. Ich wäge das Eiweiss ab und nehme danach die fünf bis sechsfache Menge an Puderzucker. Mit diesem Rezept kann ich optimal arbeiten.



Das RI füllte ich in einen Spritzbeutel mit einer kleinen Tülle ab und dekorierte damit die Torte und die Übergänge nach eigenem Gefühl aus.

So wie mir berichtet wurde, hatte die werdende Mutter sehr Freude, an dem ungewöhnlichen Geschenk.

Ganz liebe Grüsse, Sandra
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